Geschichte von „Familie im Zentrum“

„Familie im Zentrum“ ist ein Verbund dreier Beratungsstellen, die jede eine eigene Entstehungsgeschichte haben.

Die Familienberatungs- und –bildungsstelle in der Rudolf-Seiffert-Str. geht auf die Initiative von Kindheit e.V. zurück. Dieser Verein hatte sich im Zuge der Wende von 1989 gegründet und wollte die Chance des gesellschaftlichen Umbruchs nutzen, um jene Bedingungen zu schaffen, die Kindern und Familien gute Entwicklungschancen einräumen. So zählte eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte von Kindheit in der DDR genauso zu den Zielen des Vereins wie das Einfordern wichtiger Rechte für Kinder und Familien. Wichtigstes Anliegen jedoch war, die Haltung zu und den Umgang mit Kindern in den Familien selbst zu verbessern. Der Verein entwickelte ein eigenes Konzept zur Qualifizierung von Eltern und nannte dieses „Elternschulen“. Über die Ausbildung und Begleitung von Elternschultrainern setzte sich der Begriff „Elternschule“ und die Bedeutung von Elternkursen berlinweit durch. Die Beratungsstelle des Vereines nahm 1994 ihre Arbeit auf und nannte sich „Kleeblatt“. Die Grundidee dieser Beratungsstelle bestand in der Verknüpfung von präventiven Angeboten, wie Eltern-Kind-Gruppen, Pekip oder Elternschulen mit Angeboten der Erziehungs- und Familienberatung.

Die „Evangelische Beratungsstelle für Ehe-, Familien-, Erziehungs- und Lebensfragen“ wurde im Januar 1991 gegründet. Zum damaligen Zeitpunkt wurden in der Trägerschaft des Diakonischen Werkes Berlin- Brandenburg drei Beratungsstellen in den ehemaligen Ostberliner Bezirken, in Mitte, Marzahn und Lichtenberg, eröffnet. Neben der Erziehungs- und Familienberatung wurde der Ehe- und Lebensberatung als einer traditionellen spezifischen Beratungsform durch das Diakonische Werk und die Evangelische Kirche besondere Bedeutung beigemessen. Von 1996 bis 1998 befand sich die Beratungsstelle in Trägerschaft des Evangelischen Diakoniewerkes Königin Elisabeth (EDKE). Zum Januar 1999 erfolgte der Wechsel zum Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF). Beide Träger sind Mitglied im Diakonischen Werk.

Als Standort für die Beratungsstelle wurde im Jahr 1993 das „Profi- Haus“ (Dachgeschoss) auf dem Gelände der Erlöserkirche gewählt. In diesem Haus befinden sich auch die Kita der Kirchengemeinde und ein Jugendclub (Träger ist die Sozialdiakonische Jugendarbeit). Der Gedanke an Vernetzung bei der Standortwahl war schon vor vielen Jahren wichtig. Es gibt eine gute Kooperation zu unseren „Nachbarn“.

Im Jahr 2000 wurden alle geförderten Erziehungs- und Familienberatungsstellen in Berlin nach einheitlichen Qualitätsstandards umstrukturiert. Hieraus ergab sich die Notwendigkeit, dass kleinere Beratungsstellen zu größeren Einheiten fusionieren mussten. Jeder Bezirk hat seitdem eine öffentliche und eine Familienberatungsstelle in freier Trägerschaft. In Lichtenberg ist das EJF der vom Senat geförderte freie Träger für Erziehungs- und Familienberatung mit den Standorten in der Nöldner- und der R.- Seiffert- Straße.

Im Jahr 1969, vor 40 Jahren, wurde die Ev. Beratungsstelle für Ehe- und Lebensfragen gegründet, um Menschen im geschützten Raum der Kirche professionelle Hilfe in  Lebenskonflikten und -krisen anzubieten. Viele Jahre war sie die einzige Beratungsstelle der Ev. Kirche in „Ost-Berlin“ und war in Trägerschaft der Inneren Mission und Hilfswerk, vertreten durch das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg, in der Schönhauser Allee ansässig. Nach der Wende zog die Beratungsstelle in den Bezirk Mitte, zunächst in die Luisenstraße, später in die Bernauer Straße. 1996 erfolgte der Trägerwechsel innerhalb des Diakonischen Werkes zum Ev. Diakoniewerk Königin Elisabeth Herzberge. Seit 1999 ist die Beratungsstelle in der Trägerschaft der EJF gAG und seit Januar 2009 in der Chausseestraße ansässig. Schwerpunkte der Beratungsarbeit waren von Anfang an die Ehe- u. Lebensberatung, 1995 kam die Schwangerschaftskonfliktberatung dazu. Aktuell bieten wir soziale Schwangerenberatung, Schwangerschaftskonfliktberatung, psychosoziale Beratung im Kontext von Pränataldiagnostik sowie nach wie vor die Paar- u. Lebensberatung an.

Auf Grund seiner fachlichen Nähe wurde der Standort Mitte in den Beratungsstellenverbund „Familie im Zentrum“ aufgenommen, obwohl er andere Aufgabenschwerpunkte hat.